Kirchenchor St. Kilian

Kirchenchor St. Kilian

„Junger Chor singt alte Werke“ lautete die Überschrift zu einem Pressebericht der Rhein-Zeitung anlässlich eines Konzertes des Kirchenchores „St. Kilian“ im Jahre 1976, fünf Jahre nach dessen Gründung. 33 Jahre später muss der Chor – wie viele andere Vereine, die sich dem Gesang verschrieben haben – mehr denn je um aktive Sängerinnen und Sänger werben. So setzt sich auch darin die wechselvolle Geschichte fort, die den geistlichen Chorgesang in Seck seit den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts geprägt hat.
Bereits 1923 gründet Pfarrer Leibold einen Kirchenchor, den er auch selbst mehrere Jahre dirigiert. Als er die Gemeinde im Jahre 1932 verlässt, wird der langjährige Organist der Secker Pfarrkirche, Adolf Schön, sein Nachfolger.

Die unglücklichen Zeitumstände führen dazu, dass der Chor im Jahre 1936 auseinanderbricht und erst nach dem 2. Weltkrieg, im Frühjahr 1947, wieder zu proben und zu singen beginnt. Er besteht zunächst bis 1952.

Im Dankgottesdienst des Primizianten Theo Schönberger (1954) tritt ein Projektchor unter der Leitung von Lehrer Paul Kießling auf, der die sogenannte „Spatzenmesse“ von W.A. Mozart singt.

Am 7. Februar 1956 wird in Seck ein Frauenchor gegründet, der die Tradition des Kirchenchores wieder aufnehmen soll. Er existiert, unter der Leitung von Paul Kießling, bis in das Jahr 1964.

Anfang der siebziger Jahre kommt dann die Idee einer Chorgründung erneut auf. Auf Initiative des Ehrenmitgliedes Konrad Eisel und des damaligen Pfarrers Wilhelm Bub wird im Oktober 1971 der Kirchenchor „St. Kilian“ gegründet, dessen erster Dirigent für die kommenden acht Jahre der 17-jährige Schüler und Domsingknabe Norbert Kipping wird. Er gibt im Jahre 1978 den Dirigentenstab ab an seinen Bruder Titus.

Das Jahr 1980 hat für den Chor einschneidende Bedeutung: Nach Norbert und Titus Kipping übernimmt Axel Kunz die Leitung des Kirchenchores „St. Kilian“ sowie die des Kirchenchores „St.Marien“, Irmtraut. Da beide Chöre seit geraumer Zeit große personelle Verluste verkraften müssen – besonders die Männerstimmen sind schwach besetzt – ist eine Kooperation unvermeidlich.

„Gemeinsam sind wir stark“ steht in den kommenden Jahren als Motto über den gemeinsamen Auftritten der Sängerinnen und Sänger aus Seck und Irmtraut. Orchestermessen, Adventskonzerte (inzwischen traditionell zusammen mit dem Musikverein Seck) oder Auszeichnungen bei Leistungs- und Wertungssingen bedeuten eine Blütezeit für beide Chöre.

Auch wenn Kontinuität sich bisweilen auszahlt (Heinz-Georg Güth führt den Verein als Vorsitzender inzwischen im 35. Jahr, Axel Kunz leitet ihn musikalisch mehr als 28 Jahre) lässt sich die Altersstruktur der etwa 30 aktiven Sängerinnen und Sänger nicht durch Neuzugänge auf das Niveau der achtziger Jahre zurückführen.
Skepsis, was die Fortentwicklung der geistlichen Chormusik in Seck anbelangt, ist durchaus erkennbar. Die wechselvolle Geschichte über fast ein Jahrhundert hat aber auch gezeigt, dass es lohnt, initiativ zu werden und unermüdlich nach Wegen zu suchen, die sowohl die Tradition bewahren als auch Neuland erschließen.
Aufbruch anstatt Resignation lautet also die Devise für alle, die Freude am Singen haben, besonders aber für diejenigen, die verantwortlich für den Fortbestand des Chores tätig sind.