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Musikverein

Es war der Heilig Abend 1919. Die beiden Militärmusiker Otto Eisel und Nikolaus Cordier begaben sich auf den Beilstein und

schmetterten mehrer Weihnachtslieder in die stille Nacht. Was man sich heute nur schwer vorstellen kann, dies war für die

damalige Zeit eine absolut überwältigendes Ereignis. Aus ihrer Begeisterung heraus, beschlossen einige junge Männer eine

Blaskapelle zu gründen. Es wurden unter schwierigsten Umständen Instrumente besorgt – die Zeiten waren mehr als arm – und

man ließ sich ausbilden. Als Dirigent fungierte Otto Eisel. Als es dann wieder Weihnachten wurde, gab es keinen Bewohner im

Dorf, der nicht schon sehnsüchtig auf das Spiel der Kapelle am Heilig Abend wartete. Dieser Brauch ist bis heute erhalten

geblieben und wird hoffentlich auch in Zukunft bestehen bleiben.

Im Jahre 1926 schlossen sie sich der Feuerwehr an und traten sodann als Feuerwehrkapelle auf. Dies hatte den Vorteil, dass man

kostenlos eine Uniform bekam. Die Gründungsmitglieder waren Josef und Alois Eisel, die beide Trompete spielten, Adolf Schön

(Tenorhorn), Albert Schönberger (Tenorhorn), Artur Hölper (Tenorhorn, später Tuba in Es), Franz Güth (Trompete), Georg Schön,

Hubert Hölper (Klarinette), Johann Daum und Robert Eisel (Schlagzeug). Dirigent wurde Josef Eisel. Die Kapelle hatte sich schnell

beliebt gemacht und wurde auch von anderen Dörfern für diverse Festivitäten bestellt.

In den Jahren 1930-1932 traten weitere Musiker der Kapelle bei. Dies waren Oswald Schön (Posaune), Adalbert Eisel (Es-Horn),

Alois Güth, Willibald Eisel, Hugo Wengenroth, Alois Eisel (Es-Horn), Josef Schlitt jr., Eugen Brass und Bernhard Hof. Zur Zeit des

Nazi-Regimes wurden die Mitglieder der Kapelle wie halbe Soldaten behandelt. Die Kapelle bekam Befehle was und wo sie zu

spielen hatte.

Während des 2.Weltkrieges ruhte die Kapelle, da die meisten Mitglieder eingezogen waren. Jedoch an Weihnachten waren

immer so viele in Urlaub, dass auf dem Beilstein gespielt werden konnte. Ein Jahr nach dem Kriege nahm die Kapelle das

Musizieren wieder auf. Drei Mitglieder konnten aber leider nicht mehr dabei sein. Es waren Adalbert Eisel, gefallen in Frankreich,

Willi Eisel und Josef Schlitt jr., verschollen in Russland.

Im Jahre 1952 traten nach einer großen Werbeaktion, die auch durch die Gemeinde tatkräftig unterstützt wurde, 18 neue Musiker

der Kapelle bei. Die Ausbildung übernahm Hugo Wengenroth, der auch von 1954 bis 1958 als Dirigent tätig war.

Anfang der 60er Jahre beschloss man, sich von der Feuerwehr abzunabeln und einen Musikverein zu gründen. Dies hatte

mehrere Vorteile. Ein eigenständiger Musikverein konnte mit öffentlichen Geldern zur Beschaffung von Instrumenten rechnen.

Des Weiteren war man unabhängig von der Feuerwehr und konnte somit selbstständig bestimmen wann und wo gespielt wird.

Die Umstellung von Feuerwehrkapelle in Musikverein wurde aber nicht von allen Musikern für gut befunden und somit gaben

einige das Musizieren auf.

Der erste 1. Vorsitzende wurde Eugen Brass und der Musikverein bekam seine erste eigene Uniform in grüner Farbe mit Hut und

Feder. Die folgenden Jahre waren übersäht von musikalischen Highlights. Der Musikverein machte sich einen Namen, bis weit

über die Grenzen des Westerwaldes. Im Jahre 1966 wurde auch unternehmerischer Wagemut bewiesen. Man veranstaltete in

Eigenregie die erste Kirmes auf dem Marktplatz. Was im Laufe der Zeit aus dieser Veranstaltung geworden ist, dürfte wohl jedem

bekannt sein. In diesem Jahr übernahm auch Erhard Wollweber den Dirigentenstab. Unter seiner Leitung fuhr der Verein 1972,

zusammen mit dem Gesangverein Elz, nach Rom.

Dort standen einige Konzerte im Vatikan an. Es wurde vor mehreren zehntausend Zuschauern gespielt. Das „Orchestra di Seck“

erhielt eine Generalaudienz beim Papst und wurde in den Zeitschriften Roms lobend erwähnt.

Im laufe der Jahre wurden sieben Konzerte in der Westerwaldhalle in Rennerod mit größtem Erfolg durchgeführt. Man spielte zu

zahlreichen Anlässen und veranstaltete einige Festivitäten, wie z.B. das Abfischfest am Secker Weiher, selbst. Am 19.07.1992 legte

Erhard Wollweber den Stab, nach einem furiosen Abend im saarländischen Herrensohr aus der Hand.

Unterstützt von den Musikerfrauen, dem „Harten Kern“, trieb er den Verein zu ungeahnten Höhen der Unterhaltungsmusik. 2.000

Menschen standen auf Tischen und Bänken. Dies war ein unbeschreibliches Erlebnis. Der Musikverein war in der glücklichen Lage

noch einen zweiten Dirigenten in seinen Reihen zu haben und so stand der Nachfolger schnell fest. Horst Hastrich leitete den

Verein von 1992 bis 2006. Unter seiner Leitung wurden zwei Osterkonzerte in Gemünden und mehrere Gemeinschaftskonzerte in

Stockum-Püschen veranstaltet.

Seit Anfang des Jahres 2007 steht Jörg Hastrich am Dirigentenpult. Somit ist die musikalische Führung des Vereines, aus den

eigenen Reihen, weiterhin gesichert.  Auch in Punkto Nachwuchsarbeit haben sich alle Dirigenten sehr engagiert und einen

Großteil der Musiker ausgebildet. Nicht zuletzt dadurch konnte  der Musikverein Seck e.V. bis heute bestehen.

Neben der musikalischen, hat ein Musikverein auch immer eine geschäftliche Leitung. Den bis heute tätigen Vorsitzenden ist es

zu verdanken, dass der Verein immer genügend Möglichkeiten bekam, sein Können unter beweis zu stellen. Zu erwähnen sei, in

diesem Zusammenhang, der derzeitige 1. Vorsitzende  Michael Olberz. Er ist seit 1987 im Vorstand tätig und steht dem Verein seit

1995 vor. Ihm ist es gelungen ein Oktoberfest in Seck einzuführen, welches heute aus dem kulturellen Jahresprogramm des

Dorfes nicht mehr wegzudenken ist.

Zum Abschluss bleibt den momentan 29 Aktiven und 8 Nachwuchs-Musikern zu wünschen, dass die „Secker Musik“ noch lange

besteht, die Mitglieder allen Unwegsamkeiten glorreich entgegenstehen und den Geist des Vereins noch lange Jahre weiter

tragen.